Lammas Vollmond im Wassermann

Lammas – Ernte, Freiheit und die Rückkehr zu dir selbst

Morgen am 29.07.2026  leuchtet der Vollmond im Zeichen des Wassermanns – in einer Zeit, in der sich vieles gleichzeitig zeigt: Ernte und Wahrheit. Freiheit und Veränderung. Loslassen und Neuausrichtung. Dieser Vollmond steht an der Schwelle von Lammas oder Lughnasadh, dem alten keltischen Erntefest. Für die Kelten war dies nicht nur ein Fest des Überflusses, sondern vor allem ein Fest der Ehrlichkeit. Die Ernte zeigte nicht, was man sich gewünscht hatte, sondern was tatsächlich gewachsen war.

Und genau dazu lädt uns auch dieser Vollmond ein:
Halte inne. Schau liebevoll und ehrlich auf dein Leben. Was ist in den letzten Monaten wirklich gewachsen? Welche Beziehung, welche Fähigkeit, welche innere Haltung hat Wurzeln geschlagen? Und wo hast du vielleicht mehr gehofft als genährt?
Die erste Garbe der Ernte wurde früher der Erde zurückgegeben, bevor der Mensch nahm. Darin liegt eine tiefe Weisheit: Dankbarkeit vor Besitz. Geben vor Nehmen.

Vielleicht ist dieser Vollmond ein Moment, in dem auch wir etwas zurückgeben dürfen.
Nicht aus Schuld, sondern aus Freiheit. Vielleicht kennst du das Gefühl, dass Gedanken, Erinnerungen oder alte Bindungen inneren Raum besetzen. Dass Sehnsucht, Angst oder Erwartungen noch an Menschen oder vergangene Geschichten gebunden sind.
Dann darfst du unter diesem Mond für dich  sprechen:
„Ich gebe zurück, was ich aus Angst, Schuld, Sehnsucht oder Hoffnung gebunden habe. Nicht die Liebe soll verschwinden, sondern die Macht über meinen inneren Raum.“

Der Wassermann trägt eine kraftvolle, manchmal aufrüttelnde Energie in sich. Er fragt nicht nach Anpassung, sondern nach Wahrhaftigkeit.
Wo fühlst du dich nicht frei?
Wo hältst du etwas fest, das längst zu eng geworden ist?
Wo wartet ein Teil von dir darauf, authentisch gelebt zu werden?
Diese Fragen können unbequem sein. Sie können alte Muster sichtbar machen, innere Unruhe auslösen oder eine Sehnsucht wecken, die sich nicht länger unterdrücken lässt. Doch genau darin liegt die Chance dieses Vollmondes.
Nicht gegen den Geist zu kämpfen, sondern ihm zuzuhören – ohne ihm das Steuer zu überlassen.

Mach dir in dieser Zeit bewusst, wie heilsam es ist, in die Natur zu gehen. Den Wind auf der Haut zu spüren. Den Boden unter den Füßen. Zu riechen, zu hören, zu sehen und den Atem wahrzunehmen.
In dem Moment, in dem wir im Körper ankommen, entsteht oft etwas ganz Zartes: Weite.
Und in dieser Weite erinnert sich die Seele daran, dass sie größer ist als ihre Gedanken.
Vielleicht musst du jetzt nicht alles perfekt lösen. Nicht jede Entscheidung kennen. Nicht jeden Schritt planen. Manchmal braucht es nur den Mut, den nächsten echten Schritt zu gehen. Wie die Portugiesen sagen: Desenrascanço – sich aus der Klemme improvisieren, ohne perfekte Lösung, aber mit lebendigem Herzen.

Dieser Vollmond trägt zugleich eine starke Zukunftsenergie in sich. Die beginnende Löwentor-Zeit öffnet ein Feld von Inspiration, Kreativität und Schöpferkraft. Visionen, Wünsche und neue Möglichkeiten können sich zeigen. Doch Manifestation beginnt nicht im Wunsch, sondern in der inneren Klarheit.
Darum frage dich am Vollmond Abend:
Was darf ich jetzt ehrlich ernten?
Was darf ich zurückgeben?
Wo wähle ich Freiheit statt Gewohnheit?
Und welcher Ruf meiner Seele möchte endlich gehört werden?

Wenn du diesen Vollmond bewusst erleben möchtest, lade ich dich von Herzen zu einem Vollmondritual ein, dass du für dich ausführen kannst, den link zur Ritualbeschreibung findest du hier: Wassermann Vollmond Ritual

Möge dieser Vollmond dich nicht fortreißen, sondern dich zu dir selbst zurückführen.
In die Wahrheit deines Herzens.
In die Weite deines inneren Himmels.
Und in die Freiheit, dein Leben immer mehr so zu leben, wie es wirklich gemeint ist.

 

Sonnenuntergang am Strand mit schönen Wolken

 

Veränderung

Wenn du mal wieder festhältst um jeden Preis,
wirst du merken, das bringt dich immer aufs falsche Gleis.
Versuchst du damit doch das Leben an sich anzuhalten
und das ist wie ein Kampf gegen Naturgewalten.

Manchmal ist Loslassen fast eine Unmöglichkeit,
erscheint es als zerbreche die Welt und damit auch die Zeit.
Klammern wir uns an die letzten Strohhalme fest
und verpassen dabei, das unser Glück uns verlässt.

Veränderung ist die einzige Konstante im Leben,
kommen, gehen und Vergehen ist das ewige Weben.
Ist die Natur allen Lebens, liegt allem zugrunde.
Begrüße den Wandel ist der Rat der Stunde.

Wenn etwas vergeht dann zeig Dankbarkeit für alles was war,
erinner dich an all die schönen Momente glasklar.
Und dann blick nach vorne mit Freude auf das Neue,
lass das Alte gehen ganz ohne Reue.

Sicher wird da in dir Angst hochkommen,
Unbekanntes zu erkunden macht schon etwas beklommen,
und auch wenn das Neue sich noch nicht zeigen will,
nutze die Zeit im Vertrauen und sei ganz still.

In der Stille kannst du tief in dich lauschen,
kann die Angst mit dem Mut die Plätze tauschen
und Hoffnung darf dann in dir gedeihen,
mit Vertrauen kannst du auch alles Alte verzeihen.

Wie ein Phönix der auch erst brennen muss,
ist der Wandel manchmal schmerzhaft und voller Verdruss,
aber die Flammen bringen Heilung und bereiten den Boden,
damit das Neue gedeiht und ganz kraftvoll wächst nach oben.

Deshalb begrüße den Wandel mit Zuversicht im Sinn,
neue Flügel werden dir wachsen und sind ein Gewinn.
Wirst du aus der Asche in voller Schönheit erblühen
Und viel kraftvoller deine Runden am Himmel ziehen.

Bist bereit dann für die Hochzeit von Himmel und Erde,
öffnest dich für neue Begegnungen mit deiner Seelenherde.
Kann die Liebe ganz frei sich entfalten
Und du erlebst vollkommen die Neuerung vom Alten.

© Iris Kurz Februar 2024

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