Beltane – Blumenvollmond, 1. Mai 2026
Im leuchtenden Höhepunkt des Frühlings entfaltet Beltane seine ganze Magie – ein Fest, das nicht nur die Natur in ihrer Blüte ehrt, sondern auch dich in deiner Lebendigkeit ruft. Es ist die Zeit, in der sich die Kräfte von Aradia und Cernunnos begegnen, in einem uralten Tanz von weiblicher und männlicher Energie, von Empfangen und Erschaffen, von Hingabe und Ausdruck. Doch dieses Zusammenspiel geschieht nicht fern von dir – es pulsiert in deinem eigenen Sein, in deinem Körper, in deinem Atem, in deinem innersten Erleben.
Gleichzeitig trägt dieser Tag die Energie des Vollmondes im Skorpion in sich – eine Qualität, die dich einlädt, noch tiefer zu gehen. Während Beltane das Leben feiert, erinnert dich dieser Mond daran, ehrlich hinzusehen: Was in dir ist bereit, verwandelt zu werden? Was hältst du noch fest, obwohl es längst gehen möchte? Es ist eine Zeit, in der sich innere Schichten zeigen können, die sonst im Verborgenen liegen. Alte Muster, Emotionen oder Erinnerungen können spürbarer werden – nicht, um dich zurückzuhalten, sondern um dir die Möglichkeit zu geben, sie bewusst loszulassen. Gleichzeitig öffnet sich auch der Raum für das, was in dir wachsen möchte: ungelebte Potenziale, leise Wünsche, eine tiefere Wahrheit über dich selbst. So verbindet sich an diesem Tag die Energie von Beltane mit der Tiefe des Skorpions: Wachstum und Wandlung. Blühen und Loslassen. Leben und Wahrheit. Und genau hier beginnt dein Weg zurück zu dir.
Nicht über Kontrolle – sondern über Vertrauen.
Nicht über Perfektion – sondern über Echtheit.
Beltane lädt dich ein, zurückzukehren. Nicht zu einem Konzept von dir selbst, nicht zu einem Bild, das du erfüllen willst – sondern zu dem, was sich in dir wahr anfühlt. Zu deinem Weg, deiner Sehnsucht, deiner Bestimmung. Es ist eine leise, aber kraftvolle Erinnerung daran, dass dein Leben dann in Einklang kommt, wenn deine äußere Welt beginnt, deine innere Wahrheit zu spiegeln.
Und genau hier beginnt die eigentliche Tiefe dieses Festes: im Vertrauen. Im Loslassen der Kontrolle. In dem mutigen Schritt, dich dem Leben hinzugeben, auch wenn du noch nicht weißt, wohin es dich führt. Denn das Leben trägt dich – nicht, weil du alles im Griff hast, sondern weil du dich öffnest. Dein Wert steht dabei nie zur Debatte. Er ist nicht an Leistung gebunden, nicht an Anpassung, nicht an äußere Umstände. Er ist da – still, kraftvoll, unerschütterlich. Und Beltane ist der Moment, dich daran zu erinnern und dich selbst wieder mit der gleichen Hingabe zu behandeln, die du so oft anderen schenkst.
Doch dieses Fest bleibt nicht im Denken. Es will dich im Körper. Es will dich spüren lassen, was es bedeutet, wirklich lebendig zu sein. Denn die wahre Ekstase, von der Beltane erzählt, entsteht nicht durch perfekte Umstände. Sie entsteht nicht in einem Leben ohne Herausforderungen, ohne Reibung, ohne Tiefe. Im Gegenteil: Sie entfaltet sich genau dort, wo du aufhörst, dich zurückzuhalten. Wo du beginnst, dich zu bewegen – innerlich wie äußerlich.
Bewegung ist dabei weit mehr als ein körperlicher Ausdruck. Sie ist ein Schlüssel. Ein Tor zurück in deine ureigene Kraft. Wenn du dich schüttelst, tanzt, atmest, wenn du deinen Körper frei werden lässt von Kontrolle und Bewertung, dann geschieht etwas Entscheidendes: Dein Nervensystem erinnert sich. Es erinnert sich daran, dass es nicht dafür gemacht ist, sich klein zu halten, sondern Energie zu leiten. Intensität zu tragen. Lebendigkeit zu verkörpern. In dieser Bewegung beginnt sich festgehaltene Energie zu lösen. Emotionen, die vielleicht lange gebunden waren, kommen in Fluss. Und was sich vorher wie Widerstand angefühlt hat, verwandelt sich – nicht durch Kampf, sondern durch Durchlässigkeit. Genau darin liegt die Alchemie: Wenn du aufhörst, gegen deine inneren Impulse zu arbeiten, und stattdessen mit ihnen gehst, wird aus Enge Weite. Aus Druck wird Kraft. Aus Angst wird Ekstase. Diese Ekstase ist nichts Übertriebenes, nichts Lautes im äußeren Sinne. Sie ist eine tiefe, vibrierende Lebendigkeit. Ein Gefühl von „Ich bin hier. Ich bin ganz.“ Sie entsteht, wenn du dich selbst nicht mehr zurückhältst – wenn du dich traust, dich vollständig zu erfahren.
Und vielleicht erkennst du in diesem Moment etwas sehr Ehrliches: Dass du im Leben nie zu viel gewollt hast. Sondern oft nur zu wenig zugelassen hast. Beltane lädt dich ein, genau das zu verändern.
Wenn du dieses Fest rituell für dich gestalten möchtest, dann erschaffe dir einen Raum, der diese Vereinigung der Kräfte widerspiegelt. Stelle Symbole für die Göttin und den Gott auf deinen Altar, entzünde eine rote Kerze für die kraftvolle, schöpferische Energie von Cernunnos und eine grüne oder grün-goldene Kerze für die nährende, weise Energie von Aradia. Schmücke deinen Raum mit Zweigen und Blumen, verbinde dich mit der lebendigen Kraft der Natur um dich herum.
Nimm dir einen Moment, um das Feuer bewusst zu entzünden – als Einladung an diese Kräfte, dich zu begleiten. Zünde zuerst die Kerze des Gottes an. Spüre die Kraft, die Bewegung, das Wachstum.
Dann entzünde die Kerze der Göttin. Spüre die Tiefe, die Weisheit, das Getragen-Sein. Halte eine Schale mit Wasser in deinen Händen und lass alles, was dich beschwert, sanft hineinfließen. Zweifel, Kontrolle, alte Geschichten. Bitte innerlich darum, dass dieses Wasser dich reinigt und erneuert Erlaube dir, loszulassen, ohne Druck, ohne Analyse. Spüre die reinigende, erneuernde Qualität des Wassers und streife es über deinen Körper oder in deinen Raum. Wenn du anschließend Rauch – etwa mit Sandelholz oder Rose – durch dein Feld fließen lässt, dann nicht nur zur Reinigung, sondern als bewusste Öffnung: für neue Energie, für neue Klarheit, für das, was durch dich entstehen will. Und dann kommt der wichtigste Teil: die Bewegung.
Lass deinen Körper sprechen. Ohne Vorgabe. Ohne Ziel. Schüttle dich. Tanze. Atme tiefer, als du es sonst tust. Erlaube dir, roh zu sein. Echt. Ungefiltert. Hier beginnt die Rückverbindung zu deiner ureigenen Ekstase. Nicht als etwas, das du suchst – sondern als etwas, das längst in dir angelegt ist und nur darauf wartet, wieder fließen zu dürfen. Aus dieser Lebendigkeit heraus kannst du deine Absichten setzen. Schreibe auf, was in deinem Leben wachsen darf – so, als wäre es bereits da. Lies es laut, spüre die Wahrheit darin, und lege es symbolisch unter eine Blume, damit es genährt wird – vom Leben selbst.
Zum Abschluss kehre in die Stille zurück. Spüre die Dankbarkeit für das, was ist, für das, was kommt, und für das, was sich durch dich entfalten möchte. Beltane endet nicht mit einem Ritual. Es beginnt dort erst wirklich. In jedem Schritt, den du gehst. In jedem Atemzug, den du bewusst nimmst. Und in jedem Moment, in dem du dich entscheidest, dein Leben nicht nur zu gestalten – sondern es ganz zu fühlen.
Beltane ist kein Wunsch nach einem besseren Leben. Es ist die Entscheidung, dieses Leben ganz zu betreten.

Werte im neuen Licht
Heute zum Vollmond sind die Erkenntnisse der letzten Monate groß und ich fühle mich etwas nackt und angreifbar damit. Meine Schutzschilde sind mit dem Aufgeben der alten Muster, Vorstellungen, Schubladen und Glaubenssätze ebenfalls gegangen. Da ist eine gewisse Scheu, jetzt neu auf die Welt zu zugehen. Mich auch verletzlich zu zeigen. Mich in dieser Freiheit erst mal zurecht zu finden. Mein ganzes System neu zu kalibrieren. Und die Werte dafür aus meinem Inneren zu beziehen und nicht mehr aus dem außen. Das verlangt auch Verantwortung und ein neues Sortieren meiner Werte.
Ich möchte Ehrlichkeit um mich herum, also fange ich an, ehrlich mit mir selbst zu sein. Kein Verstecken mehr hinter Notlügen, halben Konstrukten und Lebenslügen. Ich möchte Aufrichtigkeit leben und im Gegenüber gespiegelt bekommen. Also ist es Zeit, mich aufzurichten und nicht mehr den Kopf unten zu halten aus Angst herauszustechen.
Ich möchte mehr Vertrauen in die Welt um mich haben in die Menschen, die mir begegnen, also beginne ich mir selbst zu vertrauen. In mich und meinen Weg. Vertrauen in meine Größe und meine Fähigkeiten und Vertrauen in die Kräfte, die mich immer tragen und unterstützen werden.
Ich möchte Stabilität in meinem Leben, also schaffe ich mir stabile Grundlagen, esschaffe mir gute Routinen, die mir den stabilen Halt geben, der mich stützt, ohne einzuengen. Dabei darf ich mich auch flexibel ausprobieren und eben auch in der Flexibilität meine Stabilität finden.
Ich möchte Liebe in mein Leben einladen, also erlaube ich mir endlich zu begreifen, dass ich bereits Liebe bin. Ich Liebe aus jeder Pore ausstrahle und die auch niemals weniger wird, wenn ich mich verschenke. Und in alldem Liebe geben, ich selbst auch als Empfänger mit offenem Herzen in diesem niemals versiegelten Strom stehe.
Ich möchte tiefe Verbindung zu einem oder mehreren Menschen haben, also stärke ich die Verbindung zu mir selbst, zu meinem Wesen, die Verbindung zur Natur und allem, was ist und begreife, dass ich niemals alleine bin. Ich bin immer verbunden, und in dieser tiefen Verbundenheit lade ich die Wesen ein, die ebenfalls ganz verbunden sind und sich, wie ich auch wirklich öffnen.
Ich möchte Frieden in der Welt um mich und darüber hinaus. Also fange ich an in mir Frieden zu schaffen, Frieden zu schließen, mit all den Schatten, mit all den Geistern der Vergangenheit, mit all den Konditionierungen und Mustern, mit dem inneren Kritiker und dem gnadenlosen Richter in mir selbst.
Ich möchte Abenteuer und neue Wege sich öffnen sehen, also beginne ich damit, mich von den alten Wegen zu verabschieden und mutig den Fuß in neue Richtungen zu lenken. Erlaube mir auch aus der scheinbaren Sicherheit meines Lebens den Kopf zu heben und weiter zu sehen. Erlaube meiner Welt jeden Tag größer zu werden und mich zu verzaubern. In ihrer Fülle, ihrer Freude und Üppigkeit.
© Iris Kurz April 2026
